elsbesen

Das schönste-Foto-Stöckchen

Dezember 7th, 2008 by elsbesen

Mizzie hat mich aufgefordert, dieses Stöckchen aufzusammeln, und das will ich doch mal gerne tun. Das Ganze hat etwas länger gedauert, da ich mich nicht entscheiden konnte, denn es geht darum:

Suche dein schönstes/bedeutendstes Foto raus und erzähle die Geschichte dazu.

Und mal wieder war ich schwer gefährdet, die Stöckchen-Regeln zu brechen und einfach zwei bis fünf Bilder zu posten.
Der eigentliche Favorit war dies hier:

Elsbesen und einer der großen Brüder. Annodazumal beim Laternelaufen. Beide vortrefflich gekleidet wie ich finde…..

Aaaaaaber dann hab ich mich umentschieden und das hier ausgewählt:

Elsbesen und ein reichlich verwackelter Morrissey anno 1999 in Limerick, Irland auf der Bühne.
Die Geschichte: seit frühen Smiths-Tagen in den frühen 80ern ist es eine Art Sport unter den Anhängern dieser Band gewesen, während eines Gigs die Bühne zu erklimmen und den Herrn und Meister – Morrissey – kurz zu umarmen, danach aber (mehr oder weniger) gesittet wieder von Dannen zu ziehen (gern auch mal mit nem Hechtsprung ins Publikum). Nun war ich leider in den 80er-Smiths-Tagen noch zu jung für sowas, aber entzückender Weise hat sich die Tradition auch auf Morrsissey-solo Konzerten bis heute fortgesetzt. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Bedingungen für solche Unterfangen heute ungleich schwieriger sind. Security und so, ihr wisst schon….

Nun gut, auf der 99′er Tour hab ich einige Konzerte gesehen, in Deutschland, Dänemark und in Irland. Und nach ersten zaghaften Versuchen, bei denen ich es immer “nur” über die Absperrung in den Graben geschafft hatte (die der Herr und Meister allerdings immer mit einem Händeschütteln honorierte, bevor ich unsanft aus selbigem gezerrt wurde), bot sich in Limerick eine Gelegenheit, die ich nicht verstreichen lasssen konnte. Eine sehr niedrige Bühne, sehr relaxtes “Sicherheitspersonal”, und ein Morrissey, der offensichtlich nur drauf wartete, dass jemand den Hops über die Absperrung unternahm. Und so war es dann der Moment für mich, beim Klettern auf die Bühne bot er mir die Hand, sang mich an, ich schlang die Arme um ihn, küßte scheu seinen Hals und ging höflich geleitet von den Securities unter dem Jubel der Menge wieder von der Bühne. Als ich wieder im Publikum stand (richtig, ich bin nicht aus der Halle geschmissen worden, wie so viele Andere zuvor), seinen Schweiß auf meinem Arm bemerkte und da stand wie im Film fühlte ich mich nicht wie ein Teenie, sondern wie ein Held.

Ich weiss, dass das sehr Teenagermäßig klingen muss, aber wer jemals eine gelungene Stage-Invasion auf einem Morrissey-Konzert miterlebt hat, die er offensichtlich zu schätzen weiss, weiss wovon ich spreche.
Das war ein sehr prägnanter Moment in meinem Leben, den ich nicht vergessen werden. Und ein paar Monate später tauchte dann sogar noch dieses Foto auf. Danke Angela!

Update: wer mir nicht glaubt, gucksu hier: Morrissey’s erster Solo Gig. Mit viiiiieeeelen Stage Invasions. Keine davon allerdings so schön wie meine :-)

Edit: Ich hab vergessen zu sagen, dass ihr natürlich bitte das Stöckchen ausammeln sollt!

3 Responses

  1. aristokitten

    Oooh wie schööööön. Die Laterne vor allem. ;-) )

    Nee ehrlich. Ein Ereignis, dass mich vor Neid erblassen lässt, denn mir hat mein verdammter Hochmut immer dieses Stage Invasion Ding vermasselt. Tolle Geschichte.

  2. Blogrunde: Bilder und Geschichten — Ratatatam

    [...] Elsbesen über einen reichlich verwackelten Morrissey [...]

  3. » Blog Archive » Because We Must.

    [...] wer gedacht hätte das reicht doch schon: Ha-ha! Es kommt noch besser. Unser aller Freund und Guru Morrissey hat vor ein paar Tagen angefangen, häppchenweise Tourdaten für den nächsten Sommer rauszuhauen. [...]

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